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Was Triggerpunkte sind und was Dir Ärzte über sie verschweigen!

Triggerpunkte am menschlichen Körper
geschrieben von Faszien Gesundheit

Triggerpunkte – So lassen sich Schmerzen wegdrücken

Die meisten haben noch nicht mal von ihnen gehört, geschweige denn dein Arzt spricht über sie. Triggerpunkte sind kleine Knoten in der Muskulatur, die Schmerzen an anderen Stellen im Körper verursachen. Um diese verlagerten Schmerzen los zu werden, muss die Ursache behandelt werden, also die Knötchen im Muskel.

Dazu kannst du ganz einfach selbst aktiv werden.

Voraussetzung hierfür ist natürlich erstmal, dass du herausfindest, ob es sich bei deinem Leiden um Triggerpunkt initiierte Schmerzen handelt oder ob der “Fundort” auch der tatsächliche “Tatort” ist, um es im CSI-Jargon zu formulieren.die

Solche Trigger-Schmerzen werden auch als myofasziales Schmerzsyndrom bezeichnet. Leider werden diese Punkte von vielen Therapeuten und Ärzten nicht als Auslöser für die Schmerzen erkannt.Unsachgemäße oder falsche Behandlung kann die Probleme vergrößern oder sogar zu Verletzungen führen.

Du kannst dich einer speziellen Triggerpunkttherapie unterziehen oder das Ganze auch gleich selbst in die Hand nehmen.

Wortwörtlich. Mittels Selbstmassage.







Triggerpunkte selbst behandeln

Wie erkennt man, ob man davon betroffen ist?

Manchmal plagt man sich mit chronischen Schmerzen, die aber keiner eindeutigen Diagnose zugeordnet werden können. Denn die verspannte Muskulatur ist mit MRT oder Röntgen nicht sichtbar. Oft wird dann auf Verdacht behandelt oder die Probleme werden der Kategorie psychosomatischer Schmerz zugeordnet. Das Ergebnis ist oft genug eine Verschlimmbesserung des Zustands.

Wenn die Probleme vom Arzt nicht klar zugeordnet werden können und herkömmliche Behandlungsmöglichkeiten wie Medikamente, Strombehandlung, oder sogar Operationen keine Wirkung zeigen, könnten Triggerpunkte der Auslöser sein.

Rund 80 bis 90 % der Schmerzsyndrome sollen auf derartige Muskulaturverhärtungen zurückzuführen sein. So ist bspw. ein myofaszialer Triggerpunkt im Schulterheber-Muskel (M. trapezius), der Schmerzen im Hinterkopf/Schläfenbereich auslösen (triggern) kann, auch in den meisten Fällen der Auslöser für jene Schmerzbilder.

Triggerpunkte sind für eine Vielzahl von Schmerzsyndromen verantwortlich, insbesondere für Schmerzen myofaszialen Ursprungs. Diese Art von Schmerzen werden oftmals als myofasziales Schmerzsyndrom bezeichnet und lediglich bedeutet, dass Schmerzen von Faszien und Muskeln ausgelöst werden.

Zum Beispiel bei Ischiasproblemen, Knie- und Leistenschmerzen, Schmerzen und Blockaden im Iliosakralgelenk (Kreuzweh), Chronische Achillessehnenschmerzen, Tennisellenbogen, Sehnenscheidenentzündung, Schultersteife, Kopfschmerz und Migräne, Gefühlsstörungen in den Händen oder Füßen, Kiefergelenkssperre und -dysfunktionen, Ohrenschmerzen und langwierigen Heilungsverläufe nach Verletzungen oder Operationen.

Du bist dann aber in guter Gesellschaft, denn bis zu 80% aller Schmerzpatienten leiden unter dem Myofaszialsyndrom, also unter den Triggerpunkten.

Außer Schmerzen gibt es noch weitere Indizien, die auf dieses Problem schließen lassen.

  • Spannt sich deine Muskulatur bei Belastung übermäßig an? So sehr, dass du befürchtest einen Kampf zu bekommen oder das Gefühl hast, du würdest gerade den Mount Everest verschieben, anstatt eine kleine Alltagshandlung zu verrichten?
  • Dauert es länger als normal, bis sich der Muskel wieder vollständig entspannt?
  • Wird deine Muskulatur schneller müde und hat weniger Kraft als gewöhnlich?

Wenn du diese Fragen mit ja beantwortet hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Muskel von den Nerven nicht mehr richtig gesteuert wird. Das ist ein Alarmzeichen, das auf ein Triggerpunktproblem schließen lässt.

Was sind Triggerpunkte?

Die Muskulatur und damit unsere Bewegungsabläufe arbeiten durch ein konstantes An- und Entspannen. Der Nerv gibt den elektrischen Reiz an den Muskel, worauf dieser mit einer Kontraktion antwortet. Ist die Tätigkeit verrichtet, erschlafft er wieder auf seinen Grundtonus.

Doch manchmal funktioniert dieses System nicht mehr ideal. Dann tritt die Entspannungsphase nicht mehr ein und die Muskelfasern bleiben im Halbt-Acht-Modus. Das führt zu den allseits bekannten Verspannungen, zu kleinen Knötchen, die aus zusammengezogenen Fasern bestehen. Das kann man sich wie bei einem dauerhaften kleinen Krampf vorstellen.

Diese Knötchen verkürzen dann die gesamte Muskulatur, sodass sie weniger elastisch ist, schlechter reagiert und zudem auch noch die Knochen oder Sehnen, an denen sie ansetzt, in eine ungewöhnliche Position ziehen. Dadurch kann es zu Dysbalancen, Schmerzen und Irritationen kommen.

Tool zum Behandeln von Triggerpunkten

Behandlung von Triggerpunkten

Der Körper bemerkt natürlich, dass in diesen Regionen etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und sendet Schmerzsignale aus. Doch je nachdem, wie diese weitergeleitet werden, kann man den Schmerz direkt im Gebiet spüren oder er strahlt in andere Sektoren aus.
Ein bekanntes Beispiel ist der Spannungskopfschmerz, der von Triggerpunkten im Nacken ausgelöst wird.

Dieses Phänomen macht es sehr schwierig zu erkennen, wo das tatsächliche Problem beheimatet ist und so werden oft die falschen Regionen behandelt.

Wodurch entstehen diese fiesen Schmerzpunkte?

Triggerpunkte können immer dann entstehen, wenn die Funktion der Muskulatur gestört wird. Das kann bei Fehlbelastungen sein, bei Überbeanspruchung oder, im Gegensatz dazu, wenn die Muskulatur nur unzureichend gefordert wird.

Ein weiteres großes Problem, das bei sehr vielen Menschen zu Triggerpunkten im Nackenbereich führt, ist Stress.
Denn hier kommt noch ein Instinkt aus den Anfängen der Menschheit zu tragen. Damals gehörte es zu einer der wichtigen Schutzmechanismen, den Kopf zwischen die Schultern zu ziehen und unseren Hals- und Nackenbereich dem Feind nicht ungeschützt zu präsentieren. Außerdem ist es in unseren Genen noch vorprogrammiert, die mittlerweile nicht mehr vorhandenen Haare zu sträuben.

Deshalb spannt sich die Muskulatur unwillkürlich an, sobald wir erschrecken, in Stress geraten oder uns fürchten. Und diese Anspannung fördert die Entstehung von Triggerpunkten.

Bei Haltungsschäden oder in einer unnatürlichen Position übernehmen Muskelgruppen die Stützfunktion, die dafür nicht vorgesehen sind. Sie sind überfordert, während andere Bereiche gar nicht aktiviert werden. Wieder ein Ungleichgewicht, dass diese Mini-Verspannungen verursachen kann. Dasselbe gilt für Gelenke, die nicht reibungslos funktionieren, oder etwas aus der Achse gekommen sind.
Überall dort, wo Muskulatur unnatürlich eingesetzt wird, sind die Voraussetzungen für Triggerpunkte gegeben.

Das ist gerade in unserer heutigen Zeit mit vielen sitzenden Tätigkeiten, stundenlanger Büroarbeit am Computer und nur wenig sportlicher Betätigung ein großes Problem. Deshalb klagen auch immer mehr Menschen über Rücken-, Nacken-, Kopf- und Gelenkschmerzen.

Was passiert, wenn die Triggerpunkte unbehandelt bleiben?

Werden die Triggerpunkte nicht behandelt, werden nicht nur die Schmerzen stärker, sondern es kommt auch zu Schäden am Bewegungs- und Stützapparat. Denn die verkürzte und schmerzhafte Muskulatur bringt Gelenke, Knochen oder Sehnen in eine noch unnatürlichere und abweichendere Position, wodurch ein Teufelskreis entsteht.

Man beginnt, eine Schonhaltung einzunehmen, wodurch die Muskulatur noch stärker irritiert wird und die ständige Anspannung und falsche Bewegung führt zu Abnutzungserscheinungen. Zum Glück ist die Behandlung dieses Problems denkbar einfach, denn man kann nicht nur einen Physiotherapeuten aufsuchen, sondern auch selbst Hand anlegen.

Welche Menschen sind betroffen?

In unserer heutigen Berufswelt, aus der die Arbeit am Computer nicht mehr wegzudenken ist, steigt auch das Risiko für Triggerschmerzen.
Ein immer größer werdender Teil der Werktätigen verbringt den Arbeitstag im Sitzen. Der Kopf ist dabei meist starr auf den Monitor gerichtet und die Arme sind nach vorne zur Tastatur gewinkelt.
Schon der gesunde Hausverstand sagt einem da, dass das unmöglich gut für den Organismus sein kann. Ergonomische Büromöbel sind zwar auf dem Vormarsch, doch noch lange nicht flächendeckend im Einsatz.

Frau am Arbeitsplatz mit Schmerzen

falsche Sitzhaltung verursacht Triggerschmerzen

Auch in der Freizeit verbringen immer mehr Menschen immer mehr Zeit am Computer oder an den mobilen Endgeräten, weshalb auch in dieser Phase viel zu wenig für die Regeneration getan wird.

Die meisten Menschen sitzen vor allem völlig falsch, was sich ebenfalls erschwerend zum Gesamtbild fügt.

Aber auch Stress kann zu Schmerzen führen, weil sich Rachen- und Kaubereich durch die ständige Hektik dauerverspannt.

Wie kommt man nun also zu diesen Triggerpunkten? Es gibt hier drei Hauptgründe:

  • Immer die gleichen Bewegungen

    Man kennt das noch aus Zeiten der Fließbandarbeit. Die Angestellten mussten 8 Stunden pro Tag praktisch die gleichen Handgriffe ausführen und waren zu stets identischen Bewegungen gezwungen. Ähnlich ist es aber auch heute noch. Dadurch werden nur bestimmte Muskelgruppen beansprucht und andere links liegen gelassen. Schon entstehen Triggerpunkte, vor allem, wenn nicht für ausgleichende Bewegung gesorgt wird.

  • Inaktivität

    Wenn du deine Muskeln immer wieder und über längere Zeiträume hinweg entweder ausschließlich dehnst oder streckst, führt das unweigerlich zu Komplikationen.
    Der menschliche Körper ist nicht zum regungslosen Verharren in irgendwelchen Stellungen konzipiert. Das Dauersitzen oder Dauerstehen macht unsere Muskulatur schwach und anfällig. Darum versuche, immer wieder zwischendurch Bewegung zu machen, denn nicht nur deine Muskulatur, sondern auch dein Nervensystem braucht ausgewogene Tätigkeit und Abwechslung.

  • Überlastung durch körperlichen Stress

    Akuter anatomischer Stress tritt dann auf, wenn die Muskulatur abrupt überlastet wird.
    Das kann sowohl absichtlich geschehen, zum Beispiel, wenn du einen schweren Gegenstand aufhebst, aber auch wenn du plötzlich stolperst oder ausrutscht.

Behandlungsmöglichkeiten

Triggerpunkte können auf zwei Arten behandelt werden: Durch die Triggerpunktmassage eines Therapeuten oder in der Selbstbehandlung. Wir sehen uns diese beiden Formen und die jeweiligen Vor- und Nachteile an und erklären die üblichen Techniken:

Die Triggerpunktmassage:

Triggerpunktmassagen werden meist von Physiotherapeuten oder Osteopathen durchgeführt, die im Fasziendistorsionsmodell (FDM) speziell ausgebildet sind.

Der Therapeut übt bei der Behandlung Druck auf den exakten Schmerzursprung aus und hält diesen ca. 10-15 Sekunden. Dadurch wird dieser Muskelknubbel aufgedehnt und beginnt sich, wieder zu entspannen. Nach dieser Zeit wirst du bemerken, wie der anfängliche Schmerz nachlässt und sich ein angenehmes Wärmegefühl ausbreitet, denn der Muskel wird wieder durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Das ganze wird zwischen einem und vier Mal durchgeführt, je nach Art und Stärke der Verspannung.

Frau bei Triggerpunktmassage

Triggerpunktmassage

So kann er sich nach der Behandlung selbst regenerieren und die “Phantomschmerzen” unter denen du gelitten hast, lösen sich normalerweise zwischen sofort und 2 Tage nach der Behandlung auf. Manches mal sind aber auch mehrere Therapiesitzungen nötig, vor allem, wenn die Problematik schon chronisch ist.
Aber du kannst dir sicher sein: Wenn der Triggerpunkt eliminiert wurde, sind auch die Probleme weg.

Bei der Triggerpunktmassage arbeitest du eng mit dem Therapeuten zusammen. Denn du kannst ihm die nötige Rückmeldung geben, ob er den genauen Punkt erwischt hat, wie und wohin der Schmerz ausstrahlt und wann er nachzulassen beginnt.

Am meisten profitierst du, wenn du das Geschehen in deinem Körper während der Behandlung möglichst genau beobachtest und auch beschreiben kannst. Denn so ist eine zielgerichtete Behandlung wesentlich besser möglich.

Die Methoden:

  • Druck mit dem Daumen oder mit der Faust
  • Ausstreichen und Bewegen des Triggerpunktes
  • Stoßwellentherapie

Je nach Art des Schmerzes, nach Ort und Auswirkung entscheidet der Therapeut über die geeignete Methode.

Die Vorteile:

  • Die Verhärtungen werden gelöst und nach kurzer Zeit vergeht der Schmerz.
  • Das Schmerzmuster des Triggerpunktes zeigt, wo die tatsächliche Ursache eines Problems liegt und welche Schmerzen davon ausstrahlen.
  • Schnelle Diagnostik

Die Nachteile:

  • Der Therapeut spürt den Schmerz nicht selbst und kann sich nur auf Erfahrungswerte und Ausbildung verlassen.
  • Leider werden die Kosten für eine Triggerpunkttherapie nur selten von der Krankenkasse übernommen.

Die Selbstbehandlung

Auch bei der Selbstbehandlung geht es darum, den Triggerpunkt durch Druck zu auszulösen. Das ist allerdings nicht immer einfach, da sich viele dieser schmerzhaften Verspannungen am Rücken oder an schwer zugänglichen Stellen befinden. Deshalb gibt es auch immer mehr Hilfsmittel, von einfach und günstig, bis komplex und teuer. Wenn du die Stellen gut erreichst, kannst du aber, wie der Therapeut auch, Daumen, Ellenbogen oder Faust einsetzen.

Triggerpunkte Gesäß







 
Die Methoden:

  • mit Daumen oder Faust
  • mit Geräten und Hilfsmitteln: z.B. Tennisbälle, Massagerollen oder Massagestäbe

Die Vorteile:

  • Schmerzen können jederzeit behandelt werden.
  • Man selbst spürt am besten, wo der Schmerz sitzt.

Die Nachteile:

  • Unsachgemäße oder falsche Behandlung kann die Probleme vergrößern oder sogar zu Verletzungen führen.

Druck ausüben – so funktioniert die Selbstbehandlung:

Höre gut in dich hinein und suche die schmerzhafte Stelle, bis du bemerkst, dass du sie ganz exakt erreicht hast. Das spürst du vor allem daran, dass sich der Schmerz clusterartig ausbreitet oder in weiter entfernte Regionen ausstrahlt.

Übe dann mit den Händen oder einem Hilfsmittel 10-15 Sekunden lang Druck aus, bis der Schmerz abebbt und die Anspannung der Entspannung weicht. Wiederhole das ganze 3-4 Mal. Nun solltest du bemerkten, dass die Stelle besser durchblutet ist und sich wieder weich und geschmeidig anfühlt.

Tennisballmassage im Liegen:

Diese Art der Selbstbehandlung eignet sich für alle Stellen, die mit den Händen nicht gut erreicht werden können. Das können Verspannungen der Gesäßmuskulatur ebenso sein, wie Schmerzen im Schulter- und Rückenbereich. Aber auch die Hüften lassen sich damit gut ausrollen. Ein kleiner Gummiball kann auch für die Kiefermuskulatur und den Nacken verwendet werden.

Dazu legst du dich auf den Boden oder auf eine dünne Yogamatte und platzierst den Ball direkt auf den Triggerpunkt. Durch das Körpergewicht wird automatisch Druck ausgeübt und der Punkt stimuliert. Halte auch hier die Spannung, bis der Schmerz nachlässt und wiederhole den Vorgang 3-4 Mal.

Alternativ kannst du dich auch ganz leicht bewegen, sodass der Ball den Muskelstrang unter der Haut leicht verschiebt.

Ballmassage im Sitzen:

Für die Arm- und Schultermuskulatur, den Kiefer und den Nacken kannst du mit einem kleinen Golf- oder Gummiball gezielt auf den Schmerzpunkt drücken. Das hat den gleichen Effekt wie mit dem Daumen, nur dass die Rundung des Balles etwas größer ist und damit einen größeren Bereich abdeckt.

Alternativ kannst du hier direkt auf dem Triggerpunkt leichte, kreisende Bewegungen mit dem Ball ausführen, bis der Schmerz nachlässt.

Zeit und Wiederholungen wie oben.

Die Massagerolle:

Massagerollen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen, weicher oder härter, glatt oder mit Noppen.

Lege dich für diese Technik auf den Boden und gib die Massagerolle unter deinen Rücken oder Nacken. Rolle leicht hin und her und du wirst spüren, wie die Triggerpunkte anspringen. Nun kannst du entweder in dieser Position verharren, bis der Schmerz nachlässt, oder den Muskelstrang mit minimalsten Bewegungen durch die Rolle verschieben.

Zeit und Wiederholungen wie oben.

Massagehaken:

Der Nacken- und Schulterbereich besteht aus vielen kleineren Muskelsträngen, die sich oft etwas unterhalb der großen Muskulatur verstecken. Mit einem Massagehaken kommt man auch an die tieferliegenden Knötchen heran. Der Massagehaken ist spazierstockförmig, wenn auch deutlich kleiner als das Gehhilfsmittel, mit einem runden Knubbel am Ende, mit dem der Daumendruck simuliert wird.

Massagehaken zum Lösen von Triggerpunkten

Massagehaken

Mit dem Massagehaken können ganz gezielt Triggerpunkte um das Schulterblatt, im seitlichen und vorderen Halsbereich, im Nackenareal, um das Schlüsselbein und in der Schulter- und Armmuskulatur ausgelöst werden. Dazu tastest du am besten mit dem Knubbel den schmerzhaften Bereich ab, bis du genau die Stelle erreichst, an der der Schmerz am stärksten ist oder du bemerkst, dass er bei Druck auszustrahlen beginnt.

Halte den Druck hier 10-15 Sekunden lang, bis der Schmerz nachlässt und wiederhole das ganze 3-4 mal.

Ein kleiner Tipp: Bei unserer hauptsächlich sitzenden Lebensweise und der häufigen Beschäftigung mit Computern und Smartphones wirst du wahrscheinlich seitlich neben der Wirbelsäule im Nacken- und Schulterbereich, rund um das Schulterblatt, in der Vertiefung oberhalb des Schlüsselbeins und oberhalb deiner Achselhöhle fündig werden.

Allroundmassagegerät:

Das Allroundmassagegerät besteht aus einem s-förmigen Massagehaken und ist von diversen Knäufen versehen. Diese sind so angeordnet, dass die häufigsten Triggerpunkte beinahe von selbst massiert werden, indem man das Allroundgerät nur anlegt und ein wenig Druck ausübt. So kannst du die Knötchen in deinem Nacken ganz leicht und treffsicher bearbeiten.

Mit den weiteren runden Knöpfen können die schmerzhaften Muskelverhärtungen im Nacken- und Schulterbereich, in der Rückenmuskulatur, auf den Fußsohlen, auf den Handballen oder den Handkanten und in jedem Bereich der Beine punktgenau stimuliert werden. Die Knäufe sind auch noch unterschiedlich groß, sodass ein Druck mit dem Daumen wie auch mit dem Ellenbogen simuliert werden kann.

Das Allroundmassagegerät kann Triggerpunkte am ganzen Körper erreichen, auch wenn sie sich in den tieferliegenden Muskelschichten befinden. Außerdem kannst du durch das Umfassen dieses Tools auch schmerzhafte Verhärtungen im Handballen behandeln.

Mit dem Allroundmassagegerät verfährst du wie mit dem Massagehaken, mit dem Unterschied, dass du noch viel mehr Möglichkeiten hast, die Größe des Druckbereichs und die Stärke anzupassen. Mit den unterschiedlichen Knubbeln kannst du selbst ein wenig experimentieren, wie du deine Verspannungen am effektivsten lösen kannst.

Drei- oder Vierpunktmassagegeräte:

Ein Mehrpunktmassagegerät hat meist einen Halteknauf und mehrere Beine mit kugelförmigen Enden, die den Daumendruck simulieren. Meist sind zwei dieser Kugeln so weit von einander entfernt, dass sie genau die Triggerpunkte im Nackenbereich treffen und du nur mehr etwas Druck ausüben musst.

Dreipunktmassagetool zum behandeln von Triggerpunkten

Dreipunktmassagetool

Für alle anderen Muskelverhärtungen kannst du je nach Lage eines oder mehrere der Beine einsetzen. Besonders praktisch ist dieses Massagegerät für den Hals- und Nackenbereich, Triggerpunkte im Gesicht oder in der Kuhle oberhalb des Schlüsselbeins, für die Brustmuskulatur und alle leicht erreichbaren Stellen. Auch Hände und Füße kannst du damit gut bearbeiten.

Löse hier den Triggerpunkt ebenfalls für 10-15 Sekunden 3-4mal aus.

Massageroller:

Der Massageroller wird ähnlich verwendet wie eine Massagerolle. Er ist mit glatter Oberfläche oder mit Noppen erhältlich, die die Triggerpunkte noch besser auslösen. Im Gegensatz zur Massagerolle ist der Roller aber wesentlich dünner und hat zwei Handgriffe; er sieht also aus wie ein Nudelholz.

Damit können der Rücken oder die Rückseite der Beine im Liegen behandelt werden, indem man sich darauf legt und die schmerzhafte Stelle genau auf einer der Noppen platziert. Außerdem können der Arm-, Brust-, Bauch-, Oberschenkel- und Hüftbereich ausgerollt werden.

Massagerolle zum behandeln von Triggerpunkten

Massageroller

Mit dem Massageroller wird vor allem die Technik angewendet, bei der der Triggerpunkt unterhalb der Haut minimal verschoben und dadurch gelockert wird. Bei dieser Technik stimulierst du den Triggerpunkt und das Areal so lange, bis der Schmerz leichter wird.

Wiederhole das Ganze 3-4 mal. Danach kannst du den ganzen Bereich auch noch lockern, wenn dir das gut tut.

Massagestab:

Der Massagestab ähnelt dem Massageroller, ist aber unbeweglich. Damit ist er für dieselben Körperstellen geeignet. Allerdings wird der Triggerpunkt nicht bewegt, sondern man löst ihn bei der Anwendung gezielt aus und übt 3-4 mal hintereinander 10-15 Sekunden lang Druck aus, bis der Schmerz abebbt. Danach kannst du den ganzen Bereich auch noch lockern, wenn du magst.

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Ausführungen der obengenannten Massagegeräte. Welches davon du auswählst, hängt davon ab, wo dein Hauptproblemgebiet liegt und von deiner persönlichen Vorliebe. Am besten, du probierst einfach verschiedene Arten der Selbstmassage und Hilfsmittel aus, bis du das gefunden hast, was für dich am besten funktioniert.

Achtung:

Wie bei jeder Selbstbehandlung können auch hier Probleme auftreten. Wenn du bemerkst, dass der Druckschmerz nach 10-15 Sekunden nicht nachlässt oder stärker wird, suche einen Arzt oder Fachmann auf. Denn dann kann es sein, dass du die Technik falsch anwendest oder dass es sich nicht um einen Triggerpunkt handelt.

Eine unsachgemäße Ausführung kann unter anderem zu stärkeren Schmerzen führen, zu schlimmeren Verspannungen bis hin zu Quetschungen, blauen Flecken oder zu eingeklemmten Nerven.

Vorbeugende Maßnahmen und Ursachenbekämpfung

Wenn ein Triggerpunkt nach der Behandlung immer wieder kommt, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas in diesem Bereich nicht stimmt. Daher solltest du in diesem Fall einen Experten zu Rate ziehen und gemeinsam mit ihm auf Ursachenforschung gehen.

Gründe können eine falsche Sitzhaltung im Beruf, verschobene Wirbel oder ein Gelenk, das nicht richtig in der Gelenkkapsel sitzt, sein.
Wenn die Ursache erst mal erkannt ist, kann sie gezielt durch Heilgymnastik oder auch durch Adaptionen am Arbeitsplatz behoben werden.

Generell ist auch immer ein ausreichendes Maß an Bewegung ideal, um Schmerzen und Verspannungen zu lösen. Auch Yoga oder Dehnübungen können helfen, bestehende Probleme zu lösen oder schon präventiv Triggerpunkte zu verhindern.

Denn mit einer Behandlung alleine ist es nicht getan. Triggerpunkte erinnern dich daran, sorgsam mit deinem Körper umzugehen, gut auf ihn zu achten und dem Schweinehund keine Chance zu bieten, wenn es um Sport und Bewegung geht.

Fazit:

Triggerpunkte sind kleine Muskelverhärtungen, die unterschiedlichste Schmerzen und Probleme hervorrufen können und für über 80% der Beschwerden von Schmerzpatienten verantwortlich sind. Oft strahlen sie auch aus, sodass man nicht mehr genau weiß, wo der Ursprung des Dilemmas lokalisiert ist. Das führt nicht selten zu falschen Diagnosen und Therapien.
Bleiben diese Muskelknubbel unbehandelt, werden sich mit der Zeit nicht nur chronische Schmerzen, sondern auch Haltungsschäden und Abnützungserscheinungen einstellen.

Doch mit dem Wissen um Triggerpunkte und ihre unangenehmen Begleiterscheinungen kannst du dich nun entweder in die Hände eines ausgebildeten Therapeuten begeben oder dich dank der beschriebenen Techniken und Hilfsmittel selber schnell und zielgerichtet von diesen quälenden Muskelknubbeln befreien. Höre gut auf deinen Körper und probiere verschiedene Möglichkeiten aus, bis du das perfekte Tool für dich gefunden hast.

Schon kannst du dich mit nur 3-4 mal 10-15 Sekunden von den nervigen Triggerpunkten befreien und in ein schmerzfreies Leben starten.

Dieser Artikel behandelt ein gesundheitliches Thema. Er dient explizit nicht zur Selbstdiagnose und ersetzt auch keine ärztliche Diagnose. Bitte lesen und beachten Sie unbedingt unsere Hinweise zu gesundheitlichen Themen.

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Was Triggerpunkte sind und wie Du sie selbst behandeln kannst
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Was Triggerpunkte sind und wie Du sie selbst behandeln kannst
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Wir zeigen Dir was Triggerpunkte sind und wie Du sie ganz einfach selbst behandeln kannst. Schmerzursachen sind oft chronische Muskelverspannungen
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