Faszientraining

Die Faszien im Yoga – eine sehr persönliche Meinung

Räumlichkeiten des yogaroom.cologne
Kirsten Hahn
geschrieben von Kirsten Hahn

Seit gefühlten zwei Jahren lese ich immer häufiger den Begriff ‚Faszienyoga’ und jeder zweite Schüler spricht mich darauf an, was ich von Faszienrollen und Faszientraining halte. Einige Freunde und Bekannte schwören auf ihre Faszienrolle und nachdem ich dann auch noch von Ihnen angesprochen wurde, ob ich einen Artikel zu ‚Faszienyoga’ schreiben kann, habe ich habe mir länger Gedanken zu diesem überaus spannenden Thema gemacht.

Vorab muss jedoch gesagt werden, dass ich natürlich weder Medizinerin, noch Physiotherapeutin bin, und somit dieses Thema nur aus meiner persönlichen Erfahrung als Patientin einer wunderbaren Osteopathin sowie als Yogalehrerin, Yogapraktizierende und Yogaschülerin beleuchten kann.

Als Patientin gehe ich seit über zehn Jahren regelmäßig zu osteopathischen Behandlungen, von denen mein Körper sowohl bei akuten Verspannungen und Blockaden, als auch zur allgemeinen Gesunderhaltung sehr profitiert. Meine Therapeutin arbeitet hierbei sehr fein und ganz ohne Druck und erzielt dennoch wirklich erstaunliche Ergebnisse – oftmals in nur einer Sitzung. Wenn ich mir dann noch Aufnahmen des Fasziengewebes ansehe, welches enorm fein und zart aussieht, beinahe wie Zuckerwatte oder Spinnweben, dann kann ich persönlich mir nicht vorstellen, wie eine grobe Manipulation durch Faszienrollen der Gesunderhaltung dieses Gewebes wirklich zuträglich sein kann.

Foto von einer Yoga-Lehrerin

Kirsten Hahn – Yogalehrerin im yogaroom.cologne

Durch meine lange und positive Erfahrung mit der Osteopathie sowie durch meine Ausbildung im Soboco Yoga Institut in Köln, habe ich mich schon früh mit den Faszien im menschlichen Körper beschäftigen dürfen. Meine Yogalehrerin Devamaya Heydenreich ist schon vor langer Zeit im Rahmen ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin mit den Faszien in Kontakt gekommen und hat sich nicht nur in ihrer eigenen Praxis damit beschäftigt, sondern hat uns deren Bedeutung für die Gesundheit des Körpers und für die Yogapraxis im Rahmen der Yogalehrer- und Yogatherapieausbildung vermittelt.

Der Soboco-Restorative-Stil wurde von ihr unter anderem zur Regeneration und Gesunderhaltung der Faszien entwickelt – lange bevor das Thema ‘Fasziengesundheit’ in aller Munde war.

Dieser spezielle Restorative-Stil, welchen ich auch im yogaroom.cologne unterrichte, bietet einen Gegenpol zu einer eher erhitzenden, dynamischen Yogapraxis und dient unter anderem so dazu, die Faszien gesund und elastisch zu erhalten. Durch langsam und rhythmisch wiederholte Bewegungsabläufe in Verbindung mit einem speziellen Atem, entspannen die Diaphragmen, das Nervensystem wird beruhigt und die Faszien werden bzw. bleiben geschmeidig.

Dem plötzlichen Boom im Hinblick auf das Thema Faszientraining und Faszienyoga stehe ich durchaus kritisch gegenüber, zumal mir aufgefallen ist, dass sich einige Yogastile, die es bereits seit längerem gibt, plötzlich als Faszienyoga bezeichnen, auch wenn das früher kein Aspekt war, der Erwähnung fand.

Ein sehr gutes Beispiel ist das Yin-Yoga, welches ich selbst von Sarah Powers in diversen Workshops gelernt habe. Noch vor einigen Jahren war die Wirkung dieses Stiles auf die Faszien kein Thema, doch seit einiger Zeit ist Yin-Yoga nun plötzlich auch Faszienyoga. Natürlich gibt es Theorien, die ich übrigens sehr faszinierend und nachvollziehbar finde, nach welchen die Meridian- oder Nadiverläufe den Verläufen der Faszienketten entsprechen, womit wiederum die Wirkung des Yin-Yoga auf die Faszien durchaus belegbar wäre. Nichtsdestotrotz irritiert es mich, dass seit einiger Zeit die unterschiedlichsten Yogastile plötzlich als Faszienyoga beschrieben werden – sowohl der klassische Hathayoga-Stil von Yoga Vidya, mit lang gehaltenen Asanas, der ebenfalls statische Yin-Yoga-Stil wie auch das eigentliche ‚Faszienyoga’, welches sich unter anderem durch wippende und eher dynamische Bewegungen auszeichnet.

Ich möchte mitnichten in Frage stellen, dass sowohl das Yin-Yoga, als auch andere Yogastile eine positive Auswirkung auf die Fasziengesundheit haben und ich begrüße es sehr, dass die Bedeutung dieses wunderbare Gewebes nun endlich auch von der Schulmedizin gesehen und erforscht wird. Dass jedoch das Thema ‚Fasziengesundheit’ oftmals als reines Marketingtool verwendet zu werden scheint, wiederstrebt mir sehr.

Für meinen Teil werde ich mich weiter mit diesem Thema beschäftigen – hierzu noch ein weiterer, spannender Artikel: Fascia Myths and Fascia Facts

Kirsten Hahn, yogaroom.cologne

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